VFT – Viszerale Faszientherapie


mit Andreas Haas

Alle Viszera (Organe) des menschlichen Körpers sind sehr eng mit dem Bindegewebe (den Faszien) vernetzt. Die Organe werden von Faszien getragen, ernährt, innerviert, gegen andere Organe abgegrenzt, beweglich gehalten, vor Infekten geschützt und untereinander verbunden. Diesem Netzwerk von Faszien liegt eine exakt definierte Ordnung und Struktur zugrunde, die den Organen Form und Halt gibt und sie gleichzeitig in den Körperhöhlen befestigt.

Die Körperhöhlen ihrerseits werden von Strukturen des Bewegungsapparates gebildet, wodurch eine enge Verbindung zwischen den Organen und dem Bewegungsapparat entsteht.

© Manus Fascia Center

Im Rahmen der Viszeralen Faszientherapie können diese Verbindungen als genau definierte Anheftungslinien beschrieben werden. Über diese Anheftungslinien sind die Organe an den Körperhüllen befestigt und über fasziale Spannungslinien an sogenannten Ankerpunkten im Bewegungsapparat stabilisiert.

All diese Punkte und Linien bilden ein dreidimensionales Fasziennetzwerk, in dem die Viszera und die Bewegungssegmente über Spannungszüge verbunden sind und sich gegenseitig in einer Balance halten. Die viszeralen Funktionen und die Bewegungen der myofaszialen Strukturen sind voneinander abhängig und werden über die Faszien koordiniert. Störungen eines der beiden Systeme haben zwangsläufig Auswirkungen auf das andere.
Die Kenntnisse der Verbindungslinien und der speziellen Behandlungspunkte ermöglichen einen hochwirksamen therapeutischen Zugang, mit dem Ziel, die Versorgung, Innervation und Trophik der Organe nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig den Bewegungsapparat zu entlasten.

Die Viszerale Faszientherapie unterscheidet sich grundlegend von bekannten viszeralen Therapien. Sie bietet einen umfassenden neuen Zugang zum koordinativen Zusammenspiel zwischen Viszera und dem Bewegungsapparat.

Die Behandlung setzt an 4 faszialen Bereichen an:

  • an den Anheftungslinien zwischen viszeralen und somatischen Faszien

    © Manus Fascia Center

  • an somatischen Spanungsbögen und Spannungslinien
  • an den distalen Verankerungen
  • an den viszeralen Faszien selbst

Behandlungsziele der viszeralen Faszientherapie:

  • Verbesserung der Mobilität der Viszera
  • Verbesserung von Trophik und Zirkulation
  • Lösung von Adhäsionen und Restriktionen
  • Lösung von pathologischen Spannungen zwischen Viszera und Soma
  • Entlastung des Bewegungssystems bei viszeralen und/oder viszero-faszialen Veränderungen
  • Behandlung der faszialen Anheftungslinien und Ankerpunkten
  • Regulation der vegetativen Innervation (afferent und efferent)

 

Die Ausbildungsreihe umfasst einen Basiskurs und fünf darauf aufbauende Kurse:

Basiskurs: Viszerofasziale Funktionsketten

Aufbaukurs 1: Atmungs- und Verdauungstrakt (Faszienkette der Assimilation)

Aufbaukurs 2: Herz-Kreislauf und Harntrakt (Faszienkette der Zirkulation)

Aufbaukurs 3: endokrine Drüsen und Genitaltrakt (Faszienkette der Sekretion)

Aufbaukurs 4: Kavitäten und Anamnese (Befunderhebung und viszerale Kavitäten)

Aufbaukurs 5: viszerale Systeme (funktionelle Einheiten der Organe)

Intensivkurs: Die Aufbaukurse 1 bis 3 bieten wir gemeinsam in einem 6-tägigen Intensivkurs an

Der Basiskurs „Viszerofasziale Funktionsketten“ ist Voraussetzung, um die weiterführenden Kurse besuchen zu können. Die Aufbaukurse 1 bis 5 können in beliebiger Reihenfolge absolviert werden, wobei empfohlen wird, Aufbaukurs 5 erst gegen Ende der Ausbildungsreihe zu besuchen.

 

Viszerale Faszien Basiskurs: Viszerofasziale Funktionsketten

Fasziale Verbindungen der Organe mit dem Bewegungsapparat, Palpation und Beurteilung

Der Kurs “Viszerofasziale Funktionsketten” ist die Basis der Ausbildungsreihe “Viszerale Faszientherapie”.

In diesem Basiskurs werden die Grundlagen des therapeutischen Systems der Viszeralen Faszientherapie vermittelt. Neben der Vermittlung aller relevanten anatomisch-physiologischen Gegebenheiten der Faszienstrukturen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Befunderhebung der viszeralen Faszien.

Über die Palpation von Anheftungslinien kann die Balance zwischen viszeralen und somatischen Faszien beurteilt werden. Die Untersuchung der Anheftungslinien ermöglicht eine Einschätzung der viszeralen Faszienspannungen und dient sowohl als Hilfsmittel zur Auswahl der Behandlung als auch zur Kontrolle der angewandten Therapieform.

Weitere Themen des Seminars sind das System der somatischen Kavitäten, der Diaphragmen und der viszeralen Verbindungen. Einer der Schwerpunkte liegt auf der Einteilung der Organe in viszerale Faszienketten und deren Zuordnungen zu somatischen Stabilisierungslinien sowie die Möglichkeiten therapeutischer Maßnahmen.

Ziel des Seminars ist es, ein profundes Wissen über die viszeralen Faszien zu vermitteln. Der praktische Schwerpunkt liegt auf der Palpation viszeraler Anheftungen mittels derer einerseits die Spannung der viszeralen Faszien beurteilt werden können und andererseits die Therapieauswahl abgeleitet und laufend auf Richtigkeit überprüft werden kann.

 

Viszerale Faszien Intensivkurs: Aufbaukurs 1-3 kompakt

Der Intensivkurs vermittelt die Inhalte der Teile 1, 2 und 3 gemeinsam. Es werden die viszerofaszialen Funktionsketten als kontinuierliche Verbindungen zwischen den Organen und dem Bewegungsapparat vermittelt sowie die Behandlungsmöglichkeiten über alle drei somatischen Spannungslinien.

Lehrinhalte:

  • Anatomie der viszeralen und somatischen Faszienhüllen
  • Faszienketten der Assimilation, der Zirkulation und der Sekretion
  • Anheftungslinien der viszeralen Faszien im Bewegungsapparat
  • Behandlung der Viszera über die Faszienhüllen direkt am Organ, über die Verankerungen im Bewegungsapparat sowie an den spezifischen Ankerpunkten in den somatischen Faszien.
  • Wechselwirkungen zwischen den drei viszeralen Faszienketten und den drei primären Stabilisierungslinien am Körper
  • Verbindungen zu anderen Therapiesystemen wie TCM, reflektorische bzw. segmentale Behandlungen und osteopathische Zugänge

Indikationen:

  • Dysfunktionen und Erkrankungen folgender Bereiche
    • des Drüsensystems (endokrin und exokrin)
    • des Genitaltraktes/li>
    • des Herz-Kreislaufsystems
    • des Harntraktes/li>
    • des Atmungssystems
    • des Verdauungssysteme
  • Funktionelle Störungen
  • Postoperative Behandlungen
  • Störungen des Bewegungsapparates (Gelenke, Bänder, Muskulatur, Wirbelsäule) durch Erkrankungen der Viszera
  • Störungen der Viszera durch Traumata, Erkrankungen bzw. Fehlbelastungen des Bewegungsapparates
  • Vegetative Dysregulation

 

 Termine

VFT Basis
Kursgebühren: 450€

Kursdatum:
17.08 – 19.08.2018 Hamburg

VPT

  1. 04.03 – 06.03.2019 Hamburg
  2. 05.04 – 07.04.2019 Hamburg
  3. 08.04 – 10.04.2019 Hamburg

VFT Intensiv
Kursgebühren: 990€

Kursdatum:
29.10. – 03.11.2018 Hamburg
11.11. – 15.11.2019 Hamburg

Kurszeiten:
09.00 – 17.30, letzter Kurstag ca. 16.00 Uhr (abhgg. von deinem Flug)

 

zu den Terminen

Anmeldung